Mythologie der Menschheit

 

Nun auch als Taschenbuch: Joseph Campbells „Die Masken Gottes“

 

Mythen haben Hochkonjunktur. Wieder einmal. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, daß der Ruf nach einer „Neuen Mythologie“ um so lauter wird, je näher die Jahrhundertwende heranrückt: Vor 200 Jahren waren es die Romantiker, vor 100 Jahren selbsternannte Propheten wie Nietzsche und George, und heute - tja, heute sind es die unzähligen Neuerscheinungen esoterischer und mythenkundlicher Erbauungsliteratur.

Den Göttern sei Dank, daß sich in dieser Flut ein Klassiker behaupten kann, der schon lange zu einem Standartwerk der modernen Mythen-Forschung geworden ist. Joseph Campbells vierbändiges Mammutwerk „Die Masken Gottes“, bereits vor mehr als 30 Jahren erschienen, liegt nun auch als preiswerte Taschenbuch-Kassette vor. Auf knapp 3000 Seiten erlebt der Leser eine Tour de Force durch die viele Jahrtausende alte Mythologiegeschichte. Dabei reicht der Bogen von der Mythologie der Urvölker über die des Westens und Ostens bis hin zur Mythologie der modernen Welt. Campbell stellt die Mythen vor, ohne ihren Glanz - wie heute so häufig getan - mit den Seziermessern moderner Wissenschaftlichkeit zu zerstören. Ihm geht es weder um „strukturelle Verwandtschaften“ noch um „psycho-soziologische Analysen“. Er erzählt mit unverhohlener Begeisterung, und nach wenigen Seiten schon taucht man ein in fremde Welten voller geheimnisvoller Gestalten, läßt sich verzaubern von der schier unerschöpflichen Phantasie früherer Völker.

 

n    Joseph Campbell: Die Masken Gottes. 3 Bände: 1. Bd.: Mythologie der Urvölker; 2. Bd. Mythologie des Ostens; 3. Bd.: Mythologie des Westens; 4. Bd.: Schöpferische Mythologie. München: dtv 1996. Je Band 650 - 850 Seiten. Zusammen: Subskriptionspreis: 98 Mark. Ab 30.3.97: 128 Mark.